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Natürliche Abwehrsysteme der Babyhaut: Die Rolle des Mikrobioms
Unsere Haut kann gleich auf mehrere Abwehrsysteme zurückgreifen, um Schädigungen zu verhindern. Für die äußere Abwehr ist u.a. das Mikrobiom zuständig. Hierbei handelt es sich um eine Vielzahl von Mikroben wie z.B. Pilze, Viren, Archaeen, aber hauptsächlich Bakterien, welche die Haut besiedeln und in enger Wechselbeziehung zu den Körperzellen stehen. Die symbiotische Lebensgemeinschaft, die wir mit den Mikroben eingehen, hilft unserem Körper bei der Abwehr einzelner Pathogene.
Einzigartiges Erregerspektrum – von Geburt an
Bereits während der Geburt kommen Neugeborene mit einem Erregerspektrum in Kontakt, das entscheidend für die Entwicklung des eigenen Mikrobioms ist. Je nach Geburtsart ähnelt das Bakterienspektrum entweder der spezifischen Vaginalflora der Mutter mit vor allem Lactobacillus, Prevotella, Atopobium und Sneathia spp. oder bei einer Sektio der unspezifischen Hautflora mit Staphylococcus, Corynebacterium und Propionibacterium spp.1
Sobald das Baby geboren ist, kommt es stetig mit weiteren Mikroben in Kontakt, und zwar z.B. über die Luft, Hebammen, Ärzte und Schwestern, aber auch über die Brust der Mutter.
Das Hautmikrobiom – individuell wie ein Fingerabdruck
Die Mikroorganismen siedeln sich auf der Haut an und bilden ein komplexes Ökosystem. Wie viele verschiedene Organismen die Haut kolonisieren, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Lange ging man von einem Verhältnis von 1:10 aus, das heißt neben 1 Million menschlicher Zellen sind etwa 10 Millionen Mikroben zu finden. Dieses Verhältnis konnte jedoch nicht bestätigt werden – es könnten daher auch deutlich mehr Mikroben zu finden sein. Aber auch noch eine weitere Verhältnismäßigkeit ist in diesem Zusammenhang interessant: Gemäß wissenschaftlicher Schätzungen umfasst das menschliche Genmaterial zwischen 20.000 und 25.000 Gene. Das menschliche Mikrobiom beinhaltet im Vergleich 360-mal mehr bakterielle Gene, nämlich etwa 8 Millionen Protein-codierte Gene. Diese sind überall auf dem Körper zu finden, und immer wieder kommen wir mit neuen in Kontakt. Durch die unterschiedliche Exposition kommt es dazu, dass jeder Mensch ein für sich einzigartiges Mikrobiom aufweist.
Die Entwicklung des Hautmikrobioms vom Säugling zum Kleinkind
Nach der Geburt ist das Erregerspektrum noch überschaubar. Ab der dritten Lebenswoche bis zum sechsten Lebensmonat nimmt die Diversität jedoch deutlich zu und über 80 % der Hautflora wird allein mit über 25 verschiedenen Bakteriengattungen besiedelt. Den größten Teil davon machen zunächst mit etwa 40 % Staphylokokken und Streptokokken aus.2 Die Anzahl nimmt jedoch bereits im 2. Lebenshalbjahr deutlich ab und liegt dann bei <30 %.
Bildunterschrift: Adaptiert nach Capone2: Prozentuale Verteilung von Bakteriengattungen auf der Haut
In den ersten Lebensjahren verändert sich das Mikrobiom immer wieder und stabilisiert sich erst zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr – und ähnelt dann in Bezug auf Vielfalt und Zusammensetzung dem eines Erwachsenen.
Mögliche Störfaktoren des Hautmikrobioms
Das intakte Hautmikrobiom übernimmt eine wichtige Schutzfunktion und bildet eine mikrobielle Barriere. Kommen Pathogene oder andere schädliche Substanzen wie Chemikalien, Cremes oder Medikamente in Kontakt mit der Haut, schützt die vielfältige lebendige Mikrobenschicht vor einem Eindringen der Schadstoffe, indem sie mit ihnen interagiert. Allerdings kann eine wiederholte oder dauerhafte Applikation der Stoffe zu einer Dysbalance bzw. Dysbiose führen, wodurch einzelne Spezies wie pathogene Bakterien oder Pilze sich vermehren können. Daher sollte auf eine Anwendung ungeeigneter Pflege- und Reinigungsmittel verzichtet werden. Zu beachten ist zudem, dass auch eine Okklusion (z.B. durch das Auftragen wasser- und luftundurchlässiger Cremes) zu einer starken Erregervermehrung führen kann.
Das Hautmikrobiom bestmöglich unterstützen
Gerade im ersten Lebensjahr ist eine optimale Unterstützung der Entwicklung des Hautmikriobioms wichtig. Eine essenzielle Maßnahme ist die Verwendung geeigneter Pflegeprodukte, welche die Haut nicht reizen und bestmöglich den natürlichen pH-Wert erhalten.
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